Gute Pilger – Böse Pilger

Morgenstimmung auf dem Jakobsweg

Liebe Daheimgebliebenen,

unser Tagesplan soll eines Pilgers würdig beginnen. Also laufen Werner und ich nach einer sehr herzlichen Verabschiedung von Orietta zunächst die neun Kilometer nach Belorado. Eine andere Möglichkeit gibt es ohnehin nicht. Gute Pilger.

Etwas weniger pilgertypisch gestalten wir den Rest des Tages. Zunächst brausen wir für spottbillige 2,67 Euro pro Nase etwa 50 Kilometer weit mit dem Bus nach Burgos.

Wir verschaffen uns Zutritt nach Burgos

Vorbei an all den schwitzenden und staubigen Gestalten am Rande der Strasse, die für diese Strecke zwei komplette Tage brauchen werden und zu denen wir bis vor kurzem noch gehörten. Böse Pilger!

Der Theorie, dass man im Jahr 2007 für etwa 100 Euro mit dem Bus kreuz und quer durch ganz Spanien reisen könnte, schenke ich inzwischen immer mehr Glauben.

Die Kathedrale Santa Maria in Burgos gehört nicht umsonst zum Weltkulturerbe. Ein phantastisches Bauwerk, in dem man Stunden verbringen kann, ohne alle Details gesehen zu haben. Auch sonst gefällt uns Burgos ausgezeichnet. Speziell die komfortablen Badezimmer und Betten im Hotel El Cid, direkt neben der Kathedrale; das frisch vermählte Paar, das sich in einem Kirchhof sehr gefreut hat, von zwei Peregrinos abgelichtet worden zu sein.

Konfetti nach Hochzeit in Burgos

Dann sind da natürlich noch die Bars, Restaurants, die Cervezerias und die Tatsache, dass wir uns diebisch über all das auch noch freuen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Böse Pilger!

Kathedrale in Burgos

Ein Wermutstropfen in unserem Freudentaumel sind nur die erneuten Versuche der Blasen, wenn schon nicht die Weltherrschaft, dann zumindest die Herrschaft über unsere Füße zu übernehmen. Vielleicht weil wir so böse Pilger waren!

Die Erkenntnis des Tages lautet trotzdem: Der Camino, 506 Kilometer vor Santiago, im Hotelbett in Burgos, hat einfach Klasse.
Ich wünsche deshalb eine ganz besonders gute Nacht.

Hotel neben der Kathedrale in Burgos

Mitpilger Werner in Burgos

Schreibe einen Kommentar